Was die Hochdruckstörung der Wärmepumpe bedeutet
- Im Kältekreis der Wärmepumpe arbeitet ein Kältemittel, das verdichtet und wieder entspannt wird.
- Auf der heißen Seite nach dem Verdichter steigt dabei der Druck. Ein Druckwächter überwacht diese Seite und schaltet die Anlage ab, wenn ein Grenzwert überschritten wird. Dieser Schutz verhindert, dass Bauteile Schaden nehmen oder Leitungen belastet werden.
- Der Auslöser liegt nicht zwingend im Kältekreis selbst, sondern kann in der Wärmeabfuhr liegen.
- Kann die Wärme nicht schnell genug ins Heizwasser abgegeben werden, staut sich Druck auf. Das geschieht zum Beispiel bei zu wenig Durchfluss, Luft im Heizkreis oder wenn alle Heizkreise geschlossen sind. Der Druckwächter meldet nur, dass etwas die Wärme zurückhält.
- Die Bezeichnung der Meldung unterscheidet sich je nach Gerät.
- Manche Regler zeigen einen Code, andere Klartext wie Hochdruck oder HD-Störung. Auch die Entstörung läuft unterschiedlich ab. Schlagen Sie die Anzeige in der Bedienungsanleitung nach und notieren Sie den Wortlaut genau. Mit genau diesem Satz kann ein Betrieb später am schnellsten weiterarbeiten.
Mögliche Ursachen im Heizkreis und am Gerät
Zu geringer Durchfluss gehört zu den naheliegendsten Ursachen. Ist der Schmutzfänger zugesetzt, steckt Luft in den Leitungen oder sind Ventile geschlossen, kommt das Heizwasser nicht in ausreichender Menge zur Wärmepumpe zurück. Wie es zu wenig Durchfluss kommt, erklärt der Text über zu geringen Durchfluss.
Weitere Gründe liegen in der Regelung. Ein falsch meldender Fühler, eine zu hohe geforderte Vorlauftemperatur oder eine Umwälzpumpe, die nicht richtig läuft, treiben den Druck nach oben. Auch ein Umschaltventil, das zwischen Heizen und Warmwasser hängt, kann den Wärmeweg blockieren. Solche Fehler erkennt man nicht von außen, sie zeigen sich erst bei der Messung.
Daneben kommen Probleme im Kältekreis selbst infrage, etwa Verschmutzung oder eine Füllmenge, die nicht stimmt. Hier greift allein die Fachkraft ein, weil am Kältekreis weder nachgefüllt noch etwas geöffnet werden darf. Für Laien gilt deshalb: Die Ursache einzugrenzen ist Aufgabe des Betriebs, Ihre Aufgabe ist es, zu beobachten und Angaben zu sammeln.
Was Sie bei Hochdruck selbst ansehen dürfen
Beginnen Sie mit Display und Betriebsart.
Notieren Sie den Wortlaut der Meldung und fotografieren Sie die Anzeige. Prüfen Sie außerdem, ob die Wärmepumpe im Heiz- oder im Warmwasserbetrieb stand, als die Störung auftrat. Mit dieser einfachen Beschreibung kann ein Betrieb bereits einschätzen, welche Seite des Systems betroffen sein könnte.
Eine Entstörung ist nur erlaubt, wenn die Bedienungsanleitung sie vorsieht, und dann höchstens einmal. Läuft die Wärmepumpe danach an und schaltet erneut ab, stoppen Sie den Versuch. Wiederholtes Entstören belastet das Gerät unnötig. Gehäuse bleiben geschlossen, Parameter in Fachmenüs werden nicht verändert, und am Kältekreis hat niemand außer der Fachkraft etwas verloren.
Wann Sie den Fachbetrieb rufen sollten
Kehrt die Meldung nach einer Entstörung zurück, sollte ein Fachbetrieb die Anlage prüfen. Das gilt ebenso, wenn die Störung gleich nach dem Start wiederkommt oder die Räume dauerhaft auskühlen. Auch ein ungewöhnliches Geräusch, etwa lautes Klappern am Verdichter, spricht für eine sofortige Prüfung. Dazu passt die Seite zur Wärmepumpe, die nicht läuft.
Am Telefon helfen wenige Angaben: Ort, Art der Wärmepumpe, Wortlaut der Meldung, Betriebsart bei Auftreten und die abgelesenen Druckwerte. Aus der Region wird dann ein Fachbetrieb vermittelt, der Fehlerspeicher, Durchfluss und Fühler prüft und die Ursache feststellt. Abgerechnet wird mit dem Betrieb selbst, wie bei jeder Reparatur üblich.
Die Gegenseite der Störung ist der Niederdruckschutz, der aus anderen Gründen anspricht. Wer beide Fälle kennt, erkennt schneller, ob zu viel oder zu wenig Druck im Kältekreis herrscht. Wie sich das unterscheidet, steht im Beitrag zur Niederdruckstörung. Beide Meldungen sind Schutzfunktionen und kein Zeichen, dass die Anlage unbrauchbar geworden ist.
Merkliste zur Hochdruckstörung
- Der Hochdruckschutz schaltet die Wärmepumpe ab, damit Bauteile im Kältekreis keinen Schaden nehmen.
- Naheliegende Auslöser sind zu wenig Durchfluss, Luft im Heizkreis oder geschlossene Ventile, nicht der Kältekreis selbst.
- Schreiben Sie den genauen Wortlaut der Meldung auf, fotografieren Sie das Display und halten Sie den Manometerstand fest.
- Entstören Sie nur nach der Beschreibung in der Bedienungsanleitung, und zwar ein einziges Mal.
- Am Kältekreis, an Gehäuse, Platine und Verdichter arbeitet ausschließlich die Fachkraft, Laien öffnen und füllen nichts.
